Aufnahme Instrumente

Akkordeon / Akustikbass / Akustikgitarre / Anpassung Endstufe an andere Geräte / Aufnahme mit DI-Box / E-Bass / E-Gitarre / Flöte / Flügel / Flügelhorn / Klarinette / Leslie / Mundharmonica / Nahmikrofonierung von Lautsprechern / Piano / Posaune / Raummikrofonierung / Röhren-Vorverstärker / Saxophon / Streichinstrumente / Triangle / Trompete / Querflöte / Violine

Goldene Regeln

Das Instrument sollte selber schon gut klingen. Aus schlechten, billigen Instrumenten kann man auch mit dem besten Mikrofon und Vorverstärker keinen Profiklang zaubern.

 

Die Qualität eines Songs wird zu 65 Prozent durch die Drums bestimmt! Bei professionellen Aufnahmen werden für das ganze Set aus diesem Grunde bis zu 15 Mikrofone verwendet.

 

Faustregel: Je obertonreicher das aufzunehmende Instrument ist, umso weiter weg sollte man das Mikro stellen. Je tiefer die aufzunehmende Frequenz, desto grösser sollte die Mikrophonmembran sein. Die massearme Membran eines Kleinmembranmikrofons kann den feinen Pegelspitzen höherer Frequenzlagen besser folgen. Grossmembranmikros bringen in aller Regel den wärmeren Sound mit tieferem Timbre.

 

Akustikgitarre

Aufnahme mit einem Mikrofon
Kondensatormikrofon von unten auf den Steg richten um den Unterarm des Spielers nicht zu behindern.

Aufnahme mit 2 Mikrofonen 
Setzen Sie wie bei der E-Gitarre zwei Mikrofone ein. Eins im Nahbereich auf den Steg zeigend und ein zweites als Raummikrofon. Achten Sie beim Mischen darauf, dass der Pegel des Stützmikrofons ca. -15 bis -20dB unter dem des Raummikrofons liegt. Mit Kugelcharakteristik aufnehmen.

Aufnahme mit Tonabnehmer und Kondensatormikrofon
Eventuell mit Tonabnehmer und Kondensatormikrofon (direkte Saiten- und Griffgeräusche) aufnehmen. Der Tonabnehmer nimmt die Bässe und Mitten gut auf. Bei der Mischung beim Kondensatormikrofon (für die Höhen) die Tiefen absenken und beim Tonabnehmer die Höhen.

Aufnahme mit Gross- und Kleinmembranmikrofonen
Grossmembrankondenser (direkte Aufnahme); ein Paar Kleinmembran Mikros in XY-Technik. Es kann auch ein dynamisches Mikrophon wie das Sennheiser MD 421 zur Aufnahme verwendet werden. 20-50cm Entfernung positionieren. 
Position näher am Schallloch = mehr Bässe, wenn zuviel Bässe dann Position näher am Steg = Betonung der Obertöne.

Aufnahme direkt mit Tonabnehmer
Low Cut betätigen
Braucht nur eine Höhenanhebung für Brillanz. Falls die Gitarre nicht gut klingt liegt das an einem minderwertigen oder falsch eingebauten Tonabnehmer.

Equalizer bei der Aufnahme
Low-Cut betätigen. 

E-Gitarre

Aufnahme mit 2 Mikrofonen
Mikro 1 aus einer Entfernung von ca. 5-10cm leicht aus der Mitte der Lautsprechermembran ausrichten. Mikrofon 2 aus einer Distanz von 2 bis 4 Meter je nach Raumakustik von vorne / oben auf den Gitarren Verstärker richten. Mikrofon 2 (Stereomikrofon möglich) liefert die Raumanteile durch die der Sound "voll" und "tragend" wird. Nehmen Sie nach Möglichkeit die Mikros auf getrennten Spuren auf.
Unverzerrte Gitarren vertragen eine ordentliche Portion Höhen. Deshalb kann das Mikro hier im Extremfall direkt vor dem Lautsprecher positioniert werden. Verzerrte Gitarrensounds wirken dagegen bei zu grossem Höhenanteil schnell "kratzig". Hier sollten Sie also eher einen Position mehr am Lautsprecherrand vorziehen. Dabei kann das Mikrofon eventuell mehr oder minder schräg nach innen gerichtet sein.

Aufnahme mit POD
Aufnahme für "Brat-Gitarre" mit POD: Right Channel mit Einstellung Brit Hi Gain / Links Rectified EQ linear.

Aufnahme zweier Amps mit Boxen
Beide Boxen leicht ineinander strahlend aufstellen. Das Mikrofon wird mit einem etwas grösseren Abstand ca. 30 bis 70cm so dazwischengestellt, dass neide Boxen gleich laut aufgenommen werden. 

Mikrofonwahl
Mikrofone: Sennheiser MD-421, Shure SM-57, Grossmembrankondenser z.B. Audiotechnica 4050 oder Neumann TLM 103.

Spezieller Doublingeffekt der Gitarre 
zwei mal einspielen mit leicht anderem Sound (Pickupeinstellung), weitere Möglichkeit E-Gitarre unterlegen mit Akustikgitarre (z.B. auch 12-seitige), Zum Nahmikrofon an der Box zusätzlich ein Grenzflächenmikrofon ein bis zwei Meter vom Verstärker entfernt auf den Boden stellen. Beeindruckend ist der Druck, den diese Mikrofonierung erzeugt.

Equalizer bei der Aufnahme
Mit dem Equalizer sind nur grobe Korrekturen möglich, am wichtigsten ist die Aufnahme.  Low Cut betätigen, Bässe um 100Hz herausdrehen.
Wenn der Klang dünn und ätzend ist = das Mikrophon von der Kalotte zum Rand des Lautsprechers bewegen oder im Bereich um 3kHz absenken.

Wahl der Gitarre

Für Funk und R'n'R Sounds Strat, für Rock/Blues Les Paul bevorzugen

Aufstellung des Amps
Für eine knallige Färbung, den Amp auf glatte Wände richten, aber nicht parallel aufgrund möglicher stehender Wellen, sondern im Winkel von 30 -60Grad. Aufstellung in der Mitte des Raumes.

Clean-Signal
Wenn die Möglichkeit besteht Clean-Signal über DI-Box mitschneiden. Kann später mit den Mikrofonsignalen zusammengemischt werden, was ein brillanter klingt. Möglichkeit auch nachträglich nochmal über einen Amp aufnehmen, falls man vorher nicht das gewünschte Ergebnis erzielt hat. Achtung: Aufgenommenes Signal hat doppelten Pegel wie das einer Gitarre! Pegel entsprechend reduzieren.

Effektaufnahme
Dynamikabhängige Effekte vor den Amp (Kompressor, Sustainer oder Pedalverzerrer), Delay-Effekte direkt im Effektweg platzieren.  

Reihenfolge der Effekte 
Verzerrer immer gleich nach der Gitarre, da er eine Boost-Funktion hat. Höchstens den Kompressor vor den Verzerrer schalten. Nachher Effekte wie Chorus, Delay oder Hall anschliessen. Wenn die Möglichkeit besteht sollte man diese Effekte direkt im Effekt-Loop des Amps einschlaufen. Dies ist besser, weil die Vorstufe den Rauschpegel mehr anhebt als die Endstufe. Ausserdem nimmt die Endstufe raumsimulierende Effekte differenzierter wahr als die Vorstufe. 

Bsp. einer richtigen Reihenfolge
Distortion, Wah-Wah, Delay

Bunte Mischung
Sehr interessante Klänge lassen sich durch die Verwendung mehrerer Verstärker erzielen. Nehmen Sie diese auf unterschiedliche Spuren auf, können Sie den endgültigen Sound beim Mix durch Veränderung der Lautstärke der einzelnen Spuren festlegen.
Wie das zusammenmischen verschiedener Verstärker klanglich so interessant macht, ist die Tatsache, dass unterschiedliche Verstärker den Klang mit unterschiedlicher Phasenlage wiedergeben: Wenn der Lautsprecher des einen Verstärkers nach vorne schwingt, kann der des anderen entsprechend nach hinten schwingen. Sie erkennen dieses Phänomen daran, dass zwei gemeinsam gespielte Verstärker zu einem Klang mit weniger Bässen führen, als beide jeweils allein. Hier gibt es für den kreativen Tontechniker reichlich Raum zum Experimentieren.

Rock-Saitenset
Saiten "plain" also nicht umwickelt 
e h g d A E
009 011 016 024 032 042

Bodeneffektgeräte
Bodeneffektgeräte sollten nicht mit Batterien gespiesen werden. Viel besser mit Strom aus der Steckdose, da es sonst zu Spannungsabfall kommen kann. Dies verursacht eine Beeinträchtigung der Höhen und Mitten des Signals.

 

Anpassung Endstufe an andere Geräte (Vorverstärker oder Effektgerät)

Die Eingangsimpedanz sollte jeweils dem 10-fachen Wert des Ausgangs vom vorausgehenden Gerät entsprechen!
Beispiel:
19" Vorstufe Line Ausgang 1 kOhm. Die Endstufe muss eine Eingangsimpedanz haben von 10 kOhm, sonst kann es zu einer schlechten Höhenwiedergabe oder Dynamik kommen, wie auch zu Verzerrungen. Ein höherer Wert ist unkritisch.

Die Ausgangsspannung sollte gleich sein wie die Eingansspannung!
Beispiel:
Vorstufe 500mV Ausgang - Eingang Endstufe 1.5V = schlecht!
Vorstufe 1V Ausgang        - Eingang Endstufe 1V    = gut!


E-Bass

Aufnahme mit Mikrofon und DI-Box
Mikrofonanordnung wie bei der E-Gitarre nur ohne Raummikrofon. Zusätzlich wird der Bass auch direkt vom Instrument über eine DI-Box oder den Line-Ausgang des Bass-Amps abgenommen und mit dem Mikrofonsignal gemischt. Zusammenmischen beider Signale DI Signal zu 70%, Mikrosignal zu 30%. Das Mikrosignal um 1-2ms verzögern, sonst entstehen Kammfiltereffekte. Bei asymmetrischen Verbindungskabel wie Gitarrenkabel kurze Längen, nicht länger als 2m verwenden. Einstreuungsgefahr!!!

Aufnahme mit 2 Mikrofonen und DI-Box
Aufnahme der Box mit Audio-Technica AT 4050 und Neumann TLM 103 parallel mit einer Palmer DI-Box. Mikrofon eher etwas seitlich auf Box richten. Aufnahme z.B. auch mit EV RE-20 in der Nähe der Lautsprecher-Kalotte und etwas weiter entfernt AKG 414.

Direktabnahme vs. Mikro
Beides hat seine Vor- und Nachteile. Das direkt abgenommene Signal klingt sauberer und transparenter, das Mikrofonsignal klingt natürlicher, wärmer und sorgt für Druck. Die Direktabnahme erfolgt über eine sog. DI-Box, weil eine Impedanzwandlung vorgenommen werden muss. Das Signal von DI-Box und Mikro kann aber auch gemischt werden. Das DI-Signal sorgt dann für die HiFi-Frequenzen und das Mikrosignal für den Druck. Das Mikrofonsignal sollte hierzu stark komprimiert werden.


Mikrofonauswahl
Bassamp Mikrofon: AKG D-112, Grossmembrankondenser (evtl. Röhre), Sennheiser MD421/441 (
drahtiger Sound), EV RE-20, AKG C414. 

Platzierung des Mikrofons
Stellt man das Mikrofon sehr nahe an die Lautsprecher ("close miking"), entsteht ein cleaner Sound. Bei Metal oder live klingendem Rock kann man ein zweites Mikro in etwa 3m Entfernung aufstellen. Alternativ kann man auch einfach bei der Abmischung etwas Hall hinzufügen.

Bei Bassreflexboxen genügend Abstand halten, nicht nur wegen der dort vorherrschenden, lauten Tieffrequenzen, auch wegen den auftretenden Luftgeräuschen und Phasendrehungen. 

sonstige Hinweise
Bei lauten Tönen kann es zu Differenz- und Summationstönen zwischen Originalton und Subbass (Zupfgeräusch) kommen. Abhilfe dagegen: Bass Volume etwas runterdrehen!
Eine interessante Variante bei der Bassaufnahme ist das "Doubling" (Erzeugen des 1. Obertones). Dazu wird die gleiche Basslinie eine Oktave höher nochmal eingespielt. Das führt zu einem warmem Klang und ist lebendiger als die üblichen Pitch Shifter Presets in den Effektgeräten.

Equalizer bei der Aufnahme

Die beiden untersten Oktaven, die der Bass überträgt, sollten linear (+/- 3dB) gemacht werden. Das heißt, dass man per Equalizer dafür sorgt, dass im Bereich zwischen 55 Hz (A-contra) und 125 Hz (C-klein) weniger als 3 db Lautstärkeunterschiede in den Frequenzbändern herrschen. Die Bandbreite (width) der Equalizer sollte 0,2 Oktaven oder weniger betragen.
Beim Slap-Bass kann ein feedbackähnliches Klirren (2-3kHz) auftreten. Das sollte man bei der Aufnahme schon entfernen

 

Akustikbass

Stereomikrofonie
Man sucht sich zwei "sweet spots" und nimmt in Stereo auf. Vorsicht bei Phasenproblemen! Wenn sich beim Umschalten auf Mono der Pegel oder die Klangfarbe verändern, muss man die Position eines der beiden Mikros verstellen.

Zusätzliche Benutzung eines Pickups
Soll der Akustik-Bass in Mono aufgenommen werden, kann man die Signale von Mikrofon und Pickup mischen, das Verhältnis sollte man manuell regeln. Dabei sollte man auch testen, ob evt. eine Phasenumkehrung eines der beiden Signale mehr Bässe bringt.
Bei Stereoaufnahme mischt man das Pickup-Signal in die Mitte der beiden Mikros.

Platzierung der Mikrofone
In einem Abstand von 30 cm sucht man mit dem Ohr (anderes Ohr zuhalten) in der Nähe der F-Löcher einen "sweet spot", wo sich die Resonanzen nicht so stark auswirken. Die zwei F-Löcher können unterschiedlich klingen.
Für Jazz-Aufnahmen wird z.B. ein Altec 21-B Kondensator-Mikro in die Brücke eingebaut oder ein AKG-451 im Abstand von 25 cm etwas oberhalb der Brücke aufgestellt. Der Klang ist dann weicher.

empfohlene Mikrofone
U-87, KM-89, U-47 (bright), C-414, C-451 (mellow). Wenn möglich sollte man Mikros mit Kugel-Charakteristik verwenden! Im Jazz-Bereich können auch dynamische Mikros (z.B. MD421, 441, RE-20) verwendet werden. Der Klang ist dann rund und nicht so crisp.

Der Klang der Akustukgitarre
Der Klang hängt beim gezupften Bass davon ab, wo die Saite gespielt wird. Geschieht dies in der Mitte, werden ungeradzahlige Obertöne bevorzugt. Die geradzahligen Obertöne kommen besser zur Geltung, wenn die Saite bei einem Viertel ihrer Länge angespielt wird. Geht man mehr zur Brücke, verschwindet der Grundton und die Obertöne werden gleichmäßig wiedergegeben. Um Resonanzen zu finden, lässt man den Bassisten halbtonweise auf- oder abwärts spielen.

Equalizer bei der Aufnahme
Ein Akustik-Bass hat Resonanzen, die durch die drei Ausmaße entstehen. Diese machen sich nur im Nahbereich bemerkbar. Es werden dabei Frequenzen verstärkt, deren Wellenlänge viermal so groß wie diese Abstände sind (65Hz, 110Hz, 320Hz bei ca. 1,40m Höhe). Selbst der beste Bass entwickelt Resonanzen bis +3 oder +6 dB.

 

Streichinstrumente

Wenn ein möglichst naturgetreuer Klang gefragt ist, sollte man nicht zu nah herangehen, um Verfärbungen (ungewollte Verfremdung des Klanges) zu vermeiden. Für das Mikrophon empfiehlt sich deshalb eine Entfernung von ca. 2m in Höhe des Griffbretts.

 

Akkordeon

Hier gibt es die Möglichkeit der Stereo-Abnahme vor den Schallaustrittsöffnungen links und rechts oder die Aufnahme aus grösserer Entfernung. Die Direktaufnahme aus kurzer Entfernung mit nur einem Mikro ist nicht empfehlenswert, da damit entweder das Akkord- oder das Melodieregister zu schwach wiedergegeben wird.

 

Violine

Mikrofon in einer Höhe von 1.8-2.5m auf die f-förmigen Schalllöcher ausrichten. Bei Aufnahmen grösserer Streichergruppen zwei Einzelmikrofone in einer gewünschten Stereovariante z.B. XY- oder ORTF-Technik einsetzen.

 

Leslie

Ein Leslie-Kabinett kann nur mit Raummikrofonen abgenommen werden, da der Phasing-Effekt der rotierenden Lautsprecher erst durch das Zusammenwirken mit den Raumreflektionen entsteht. Hat man zwei einigermassen ähnliche Mikrofone, kann man wunderbar mit Phasenauslöschungen experimentieren, indem man sie hintereinander aufstellt und mit dem Abstand bestimmt, welche Frequenz ausgelöscht wird.

Die Speaker nehmen Sie am besten mit 2 Mikrofonen ab. Bei getrennten Tief- und Höchtöner, je ein Mikro. Ist der Rotary Speaker ein Breitbandlautsprecher, stellen Sie die Mikros an 2 gegenüberliegenden Ecken des Kabinetts, dies ergibt einen breiten Stereo-Effekt.

 

Piano

Die Mikrofon-Positionen für Flügel gelten sinngemäss auch für Klaviere. Wenn das Klavier vorn geschlossen ist, "blicken" die Mikros von oben hinein. Einen offeneren, mehr räumlichen Klaviersound erhalten Sie, wenn Sie die vordere Wand entfernen. Wenn das Klavier freisteht, können Se die Mikros auch dahinter platzieren.

 

Flügel

Für Pop- und Jazz-Aufnahmen 2 Mikrofone einsetzen. Ein Mikro in einem Abstand 20-40cm auf das obere Drittel der Saiten ca. 10-15cm hinter den Dämpfern richten. Das zweite zeigt parallel dazu auf die Mitte der unteren Hälfte.

 

Saxophon

Die Abstrahlung erfolgt sowohl aus dem Trichter als auch über die Klappen. Der günstigste Punkt, auf den das Mikro gerichtet wird, liegt deshalb etwa in der Mitte im Bereich der Griff-Klappen. Bei einem kleinen Mikrophonabstand werden die Klappgeräusche stärker übertragen. Das Saxophon ist eines der druckstärksten Blasinstrumente überhaupt.
Mikrofone EV RE-20, Sennheiser MD-421 auch Shure SM57 möglich
Die Querflöte liefert ein Klangspektrum bis ca. 8kHz.
Aufnahme mit kleinen Clipmikrofonen mit Kondensatorkapseln liefern natürliches, frequenzmässig ausgeglichenes Signal. Low Cut betätigen

 

Posaune (Trombone), Trompete/Flügelhorn

Posaune und Trompete strahlen über den Trichter ab. Bei der Trompete ist auf hohe Übersteuerungsfestigkeit des Mikrofons, mindestens 130dB, zu achten. Probieren Sie mal Röhrenmikrofone. Distanz ca. 20-40cm. Das Mikrofon zeigt auf den Rand des Schalltrichters. In der USA werden Bläser standardmässig mit einem AKG 414 aufgenommen im Abstand von 20-40cm oder z.B. EV RE-20. Die Trompete liefert je nach Spielweise Frequenzen von ca. 160Hz bis über 10kHz hinaus. Schalldrücke von bis zu 140dB SPL. Die Posaune liefert Obertöne bis knapp über 10kHz.
Low Cut betätigen
Wenn zu scharf und aufdringlich obere Mitten absenken
Wenn trötig-blechern absenken bei 600-1500kHz
Die hohen Frequenzen sind stark gerichtet. Deshalb sollte die Trompete und Posaune leicht am Mikrofon vorbeispielen.

 

Klarinette

Die Abstrahlung erfolgt sowohl über den Trichter als auch durch die Klappen. Bei guten Reflexionseigenschaften des Fussbodens wird das Klangbild etwas brillanter, wenn das Mikrofon in etwas grösserem Abstand auf das leicht konische Unterstück gerichtet wird. Klappergeräusche kann man durch leicht seitliche Aufstellung minimieren.

 

Querflöte

Die Querflöte strahlt in zwei Richtungen deshalb möglichst 2 Mikrofone einsetzen. Mikro 1 leucht von schräg oben - wenig Anblasgeräusche - auf den Mund des Spielers gerichtet. Mikro 2 rechts seitlich auf das Instrument richten. Bei einem Mikro den Abstand zur Klangquelle vergrössern, damit ein möglichst vollständiges Klangbild zustande kommt. Distanz von 60-80cm.

 

Flöte

Hier kommt es auf den Sound an, den man erzielen will. Soll er "dreckig" sein (mit starken Anblasgeräuschen, wie die berühmte Jethro-Tull-Flöte), so stellt man das Mikro vor dem Mundstück auf, aber so, dass der Luftstrom nicht direkt die Membran trifft, sonst werden die Anblasgeräusche im Verhältnis zum Ton zu stark. Für einen weicheren Ton wählt man einen grösseren Abstand.

 

 Mundharmonica

Die Bluesharp kommt am besten, wenn man sie aus ganz kurzer Entfernung mit einem dynamischen Mikro mit Nahbesprechungseffekt abnimmt. manche Harpspieler nehmen dabei den Mikrokorb in die Hände und bilden einen Hohlraum vor der Harp, was den mittigen bis bassigen Klang noch verstärkt. beliebt für diesen Zweck sind "schlechte" Mikros mit deutlicher Klangverfärbung, wie das SHURE 520 D Green Bullet, genannt "Fahrradlampe". Manchmal wird das Signal auch eine Röhrenvorstufe oder durch einen Gitarrenamp geschickt, um den verzerrten Sound zu erreichen. Dies alles gilt natürlich nicht für die volkmusikalische Mundharmonica bei der ein möglichst reiner Klang angestrebt wird.
             

 Triangle

min. 2m Abstand vom Kondensatormikrofon

 

Aufnahme mit DI-Box

Instrumente die mit Tonabnehmern übertragen werden, wie Gitarre, Bass, E-Pianos und Clavinets, sollten grundsätzlich über eine D.I. Box aufgenommen werden. Auf diese Weise erhält man meist noch Höhen dazu (im Vergleich mit direkt in Mischpult-Eingang) und kann manches Brummgeräusch vermeiden. Das Kabel vom Instrument zur D.I. Box sollte nicht länger als zwei Meter sein.

 

Nahmikrofonierung von Lautsprechern

Bei der Abnahme von Lautsprechern kann man prinzipiell zwei Methoden unterscheiden: die Nah- und Raummikrofonierung. bei der Nahmikrofonierung ist zum einen der Nahbesprechungseffekt zu berücksichtigen, zum anderen muss man Lautsprecher im Nahbereich unter ähnlichen akustischen Gesichtspunkten betrachten wie andere akustische Instrumente.
Das Abstrahlverhalten von Lautsprechern ist durchaus nicht überall gleich. In der Mittelachse des Lautsprechers bekommt man vor allem die tiefen Mitten zu hören und es kommt zu Auslöschungen im oberen Frequenzbereich. Positioniert man das Mikrofon etwa in der Mitte zwischen Membranaufhängung und Kalotte erlangt man zwar eine durchsichtigere Höhenwiedergabe, jedoch sind die tiefen Mitten und Bässe verschwommen. In der Nähe der Membranaufhängung sind diese Signalanteile zwar klarer, jedoch ist die Gesamtauslenkung der Membran niedriger, und es fehlt an Druck. Diese Effekte hängen sehr davon ab, wie alt und ausgeleiert die Membran ist. Für einen weichen, warmen Sound können jedoch alte Lautsprechermembranen durchaus wünschenswert sein.
Jede Stelle der Membran klingt anders, schon wenige Zentimeter können den Klang schlagartig verändern. Das sollte man bei der Mikrofonierung unbedingt berücksichtigen. Der Grund dafür liegt in Auslöschungen, die vor der Membran auftreten.

 

Die Raummikrofonierung

Das emotionale Empfinden eines "ordentlich aufgerissenen" Gitarrenverstärkers hängt sehr stark vom physischen Erleben der Lautstärke ab und nicht zuletzt von den Einflüssen, die der Raum erzeugt. Nahmikrofonierung gelangt hier an seine Grenzen. Es empfiehlt sich deshalb zumindest probehalber einzweites Mikrofon ein bis zwei Meter vom Verstärker entfernt auszustellen. Hier eignen sich besonders Grenzflächen-Mikrofone die man einfach auf den Boden vor dem Verstärker legt. Beeindruckend ist der Druck, den diese Mikrofonierung erzeugt.

 

Röhren-Vorverstärker

Das EQing der Aufnahme sollte weitgehend neutral gehalten werden. nehmen Sie mit einem Röhren-PreAmp auf, schadet es allerdings nichts, die Höhen hörbar anzuheben. Denn nichts klingt so warm wie die Höhen bzw. die Obertöne einer Röhrenvorstufe. Auf keinen Fall sollten Sie mit einem DeEsser aufnehmen, sparen Sie sich
diesen für später auf, und setzen Sie ihn erst bei der Mischung ein - wenn überhaupt. Eine zu stark mit DeEsser belegte Aufnahme lässt sich kaum reparieren.
Den Gesang können Sie ruhig mit Ratio 3:1 bei der Aufnahme komprimieren. Die restliche Kompression erreichen Sie später bei der Nachbearbeitung.

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Stand: 23. Februar 2002 14:52:04 +0100