Hall

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Akustikbass / Bassdrum / Beispiel Effektmischung / Brat-Gitarren / Congas, Bongas / Drums / E-Bass / Gesang / Hallräume / Microtiming Sounds / Mix /   Natürliche Hallprogramme / Piano / Pre-Delay / Schallfeldgrössen und  Hallgeräte-Parameter / Snare / TomsVolumen und Durchsetzungskraft / Wie teste ich die Qualität eines Halleffektes?

Parameter

Diffusion 
Simuliert Streuung an unregelmässigen Wänden und Gegenständen. Je höher der Anteil desto weicher und dichter wirkt der Hall. Bei nahen Schallquellen Direktschall lauter, bei entfernten der Raumanteil (Frühreflexionen und Hallwolke)
Parameter-Size 
längste Seite eines Raumes
Attack
Nur bei Plate-Programmen für Explosives Ansprechen eines Halls.
Je grösser der Raum. desto grösser das Predelay und die Hallzeit.
Pre-Delay
Zeit bis zur ersten Reflektion
High-Frequency Damping
Höhenabfall beim Hall 00-99 oder 0.1, Höhenausklingzeit nach der Hälfte der Hallzeit= 50 oder 0.5
Reverb Time
Zeit bis Nachhallpegel um 60dB abgefallen ist. bei vielen Hallgeräten separate Nachhallzeit für Bass, Mitten und Höhenbereich.
Early-Reflections 
frühe Reflexionen ohne Hallwolke, gut zu mischen mit einem verzögerten Hall. Hinten liegende Signale mit zusätzlichem Hall, vorne liegende nur Early-Reflections. Beim Speed-Metal Early-Reflection Sounds verwenden.
Die Room, Hall, Chamber Hallprogramme haben meistens eine zu starke Höhendämpfung = HFF Damp zurückregeln oder beim Ausgangssignal des Hallgerätes mit einem Exciter bearbeiten.

Schallfeldgrössen und Hallgeräte-Parameter

 

Hallparameter Erläuterung Auswirkung Schallfeldgrösse Beispiel
Decay             Zeitraum, in dem der 
Pegel des Diffusschalls um 60dB abnimmt
Simuliert sowohl Raumgrösse als auch Wandbe- schaffenheit Nachhallzeit,
Reverberation
Time (T60.RT60)
Grosser Raum, glatte Oberflächen: langes Decay
Density oder Diffusion Anzahl und zeitliches 
Muster der Reflektionen 
im Nachhall
Simuliert die Struktur des 
Raums
Dichte der Reflexionen Viele Möbel, stark strukturierte Wände mit Stuck oder Säulen: dichter Nachhall
Mix oder Hall-
Return am 
Mischpult
Verhältnis zwischen Hall- 
und Direktpegel
Simuliert den Abstand der Schallquelle zum Schallempfänger Relativer Nachhallpegel Grosser Abstand: Hallpegel grösser als trockenes Signal
Low-Xover / RT x Low, Hi-Xover
RT x Hi, 
Hi-Damp
Nachhallzeit ist für jede Frequenz verschieden, 
weil das Reflexions- und Absorptionsverhalten aller Wände, Möbel usw. frequenzabhängig ist.
Simuliert Wand.- und Bodenbe- schaffenheit Frequenzab-
hängigkeit des Nachhalls
Typischer, durchschnittlich möbilierter Raum: Decay bei hohen Frequenzen kürzer
Pre-Delay Zeit zwischen Direktschall und erster Reflexion Simuliert sowohl Raumgrösse als auch Abstand der Schallquelle zum Empfänger Initial Time Delay Gap Grosser Raum, grosses Predelay. Grosser Abstand, kleines Predelay
Size, Wahl des Algorithmus Muster der ersten, in Impulsantwort noch 
deutlich unterscheidbaren Reflexionen
Simuliert die geometrische 
Form und die Raumgrösse
Erstreflexionen, Early Reflections Grosser, einfach strukturierter Raum: wenige Reflexionen in grösseren Zeitabständen

 

Hallräume

Ambience = Simulation eines kleineren Raumes ( keine langen Hallzeiten) für Bass und Bassdrum anwenden.
Chamber = keines Zimmer mit harten Wänden
Church = Kirche
Small Room = bis max. 1s Hallzeit
Middle Room = bis max. 1.8s
Large-Room = etwa 2.1s
Plate-Algorithmus hauptsächlich für Percussion Instrumente verwenden, eignet sich auch für Vocals, Plate = Hallplatte = dichter Hall - Haupthall
Room = mittelgrosser Raum, Raum mit merklicher Schalldämpfung und diffuser Streuung (Wohnräume, Clubs, voll besetzte Konzerthalle) 0.5-2s
Concert Hall = grosser Konzertraum
Gated Reverb = abgenutzter Effekt, für Snare oder Toms, Gatezeit einstellen zu Rhythmus (z.B. Viertelnote)
Cathedral = tiefer, düsterer Klang für Gesang und Soloinstrumente noch anwendbar                
Hall = grosser Saal, Halle mit harten Wänden und geringer diffuser Streuung (Kathedrale oder Schlosshalle mit Marmorwänden) 1.5-2.5s für Haupthall
Kleine Räume = 0.2-1s
Grosse Räume und Konzertsäle = -3s

Natürliche Hallprogramme

Bei den meisten Preset-Programmen ist der High-Damp Faktor zu hoch eingestellt. Somit hat das Effektsignal des Gesangs zu wenig Höhen. Den High-Damp Faktor kleiner einstellen, im Extremfall Exciter verwenden.

Pre-Delay

Early-Reflections in harten Räumen wesentlich dominanter als in Räumen mit stärker absorbierenden, verwinkelten Oberflächen
Early-Reflections für lang getragene Töne verwenden.
Bei perkussiven Sounds schwierig
Balladen brauchen längere Hallzeiten
rockige, schnelle Stücke kürzere Hallzeiten

(Präzision und das Anschlagverhalten leiden nicht stark mit Hallanteil)
Plates auch für Leadgesang (im Mix nicht räumlich zu weit nach hintengedrückt)
Stehen Sie nahe an der Schallquelle (grösseres Pre-Delay)
Stehen Sie weiter weg von der Schallquelle (kleineres Pre-Delay)
Normale Hallzeiten 1.6-2.2s (Konzerthalle)
Für Rockmusik kürzere Hallzeiten verwenden
Effekte "Post Fader" schalten, Aux-Regler mindestens zur Hälfte aufdrehen, Hallprogramme klingen stereo viel offener und natürlicher

Effektgerät beim Einschleifen ins Mischpult Effektanteil 100%, andernfalls wird das Signal des Effektwegs mit den Direktsignalen aus den Kanälen gemischt, was zu Phasenauslöschungen führt, die Sie als merkwürdig verzerrten Klang wahrnehmen. Wenn das Effektgerät über Insert eingeschleift sollte man einen Effektanteil von 30% einstellen.

Bei kleinen Räumen hat der Hall eine höhere Dichte

Hohe Frequenzen im Hall geben Auskunft über die Oberflächenbeschaffenheit eines Raumes. Viele Höhen im hall = Waschküche oder gekacheltes Badezimmer. Geringer Anteil an hohen Frequenzen = natürlich klingender Konzert-Halle.
Nachhall z.B. 10s = grosse Halle / 2s = Eindruck eines Raumes. Eine Halldauer von 2.2s wird vom Zuhörer als angenehm empfunden. je länger der Hall ist, desto leiser sollte er eingestellt wurden.

 

Mix

Je weiter ein Instrument oder eine Stimme im Mix vorne steht, umso weniger Hall bekommen sie - oder Sie entkoppeln den Hall, indem Sie ihn durch ein entsprechend langes Pre-Delay verzögern und den direkten Bezug aufheben.
Je schneller ein Song ist, desto kleiner sollte der Raum sein.

Drums

Ganzes Drum mit zusätzlichem Hallraum von ca, 1.1s Länge mischen. 
Beispiel: Für Snare, Hi-Hat, Toms den gleichen Halleffekt Large-Room verwenden. Becken ohne Effekt.. In der gleichen Mischung Gitarre mit Stereo-Delay 1/8 und 1/8 Triolen. Organ mit Large-Room Hall. Bass ohne Effekt.
Mit kurzen Räumen (Early-Reflections) auf Snare und Toms können die Drums "aufgeblasen" werden. Wenn sie nicht gegated sind, kommt genug Bassdrum und Blech in den hall, dass es gut klingt. Wenn gegated, ein bisschen Hall auf Hi-hat, Becken und Bassdrum. Chamber Hallprogramm wirkt altmodisch auf den Drums.

Microtiming Sounds

Durchgehendes Microtiming bei Sounds sollten trocken bleiben, eventuell kurze Hallplatensounds 0.5-1.5s.

Bassdrum

Einen kleinen Raum verwenden (kurzer Hall von 0.8-1.2s) mit einem Pre-Delay zwischen 15 und 25 ms.

Ein beliebter Effekt für die Bassdrum ist ein Hall, der einen sehr kleinen Raum simuliert. Dieser Raum sollte kleiner sein als die Bassdrum selbst, ideal ist ein Würfel mit einer Kantenlänge von 20 bis 40cm. Was in der Natur nicht funktionieren würde, liefert in der elektronischen Simulation einen sehr eigenständigen, vollen Bassdrum-Sound.
Room Hall-Programm verwenden.

Snare

Für den Snaresound = Brick Wall (Backsteinwand) oder Tiled Room (gekachelter Raum) verwenden. Für die Snare Hallzeit von 0.6s gebrauchen Programm Plate
Plates für Drums (Snare) gutes Hallprogramm
bei langsamen Balladen für die Snare Pre-Delay = 100ms
Schon bei der Aufnahme kann ein 0,5 sek. langer Hall (im "Plate" Modus, ohne "Pre-Delay") helfen, der Trommel (Snare oder Toms) wieder die natürliche Länge zu geben. Dieser Hall klingt dann, als wäre er ein Teil der Snare.
Bei einem langsameren Songs (Balladen) kann man auch eine Reverbzeit von 1.8s verwenden. Bei der Abmischung sollte der Gesang ein Early-Reflection Programm mit 32ms bekommen. Bei einem normalen Tempo eines Songs entspricht das etwa einer 64 Note.
Room Hall-Programm verwenden.

Toms

Bei den Toms nur einen leichte Hallanteil verwenden. Room Hall-Programm verwenden.

E-Bass

Reverb sollte man nur sparsam einsetzen, da er leicht das Bass-Signal zu matschig macht. Man kann z.B. einen "plate" Hall einsetzen (Hallzeit 1 sek. oder weniger). Mit einem kurzen Hall ohne "pre delay" können Griffgeräusche verdeckt werden. Eine Absenkung per EQ bei 200-500 Hz im FX-Return sorgt für mehr Klahrheit. Für Heavy Metal und Live Rock empfiehlt sich ein kurzer Hall mit "pre delay".

Fretless
Bei hoch gespielten Basslinien mit Fretless-Bässen kann man diese mit einem dezenten, weichen Hall besser ins Playback einbetten. Um wummernde Bassfahnen zu verhindern, senkt man sicherheitshalber die Bässe des Hallsignals ab.

Akustikbass

Die Hallzeit sollte 0,5 - 2 sek. betragen, je nach Geschwindigkeit des Bassparts. Der Hall sollte ohne "pre-delay" eingesetzt werden. Er klingt dann so, als wäre er Teil der Note und verleiht dem Bass eine längere Ausklingzeit (sustain).
Bereits ein Hall von 0,5 sek. Länge kann erfolgreich mechanische Geräusche verdecken. Eine Hallzeit von 1-2 sek. lässt den Bass glatt/lässig erscheinen, wenn man die Höhen aus dem FX-Signal rausnimmt.
Ein "chamber", "room" oder "hall" Effekt mit einem kleinen "pre-delay stellt den Bass in einen Raum.

Brat-Gitarren

Brat-Gitarren trocken lassen. Nur Clean-Gitarren mit Delay unterlegen von links 286ms und rechts von 295ms mit ein bisschen Feedback. Zusätzlich ein leichter Hall Plate von 0.6s.
Kurzer Hall für Akustikgitarre verwenden.
Chamber Hall-Programm für Gitarre allgemein auch geeignet.

Piano

Plattenhall verwenden, möglich auch Halle (Konzerthalle)- oder Room-Programm.

Gesang

Plate-Reverb mit einer Vorverzögerung von 0.05s und einem Decay von 1.5s verwenden.
Die Stimme im Mix entkoppeln mit Pre-Delay = 40-80ms (100ms). Durch Viertel oder Achtelechos wird die Stimme voller. Diese Effektsignal leise dazumischen. Bei Balladen einen Excitereinsatz für die Stimme nicht zu empfehlen = zu hart
Länge der Halldauer bei langsamen Stücken 2.5s, bei schnelleren 2.0s.
Hall-Programme sind auch geeignet für Leadgesang und Soloinstrumente. Chamber Hall-Programm auf Gesang auch geeignet.
Sprache = 0.5s Halldauer
Für verschiedene Stimmen im Song (Lead, Back) kann man auch den gleichen Hall-Effekt mit einer langen Pre-Delay Zeit (mehr Tiefe) brauchen.

Beispiel Effektmischung

Bassdrum, Snare, Hi-Hat und Toms mit dem gleichen Mid Plate Effekt. Overhead und Raummikrofone und die einte Gitarre  mit Large Hall Effekt. Bass ohne Effekt. E-Gitarre mit Chorus-Effekt.

Congas, Bongas

Room Hall-Programme verwenden.

Volumen und Durchsetzungskraft

Um Volumen und Durchsetzungskraft zu erzielen, arbeiten Sie am besten mit ausgeprägten Early-Reflections, die Sie in Hallprogrammen mit kurzer Hallzeit und hoher Dichte finden. Oft eignen sich Plate-Programme besonders gut, die eine Hallplatte simulieren. Hallalgorithmen für einen natürlichen Raumeindruck (Room, Hall, Chamber) haben für durchsetzungsfähigen Pop-Gesang eine zu starke Höhendämpfung. Der richtige Glanz ergibt sich erst, wenn neben dem Gesang selbst auch der Hall höhere Frequenzen enthält. Dazu regeln Sie den Parameter HF Damp zurück oder, wenn auch das nichts hilft, Sie bearbeiten das Ausgangssignal des Hallgerätes mit einem Exciter.

Wie teste ich die Qualität eines Halleffektes?

Erster Test:

Klicktest mit Fingerschnipsen, Wood-Block oder Rim-Shot. Nach dem ersten Klick muss die Rückwurfdichte innerhalb kürzester Zeit gegen unendlich gehen, und im Aushall dürfen keinerlei Rhythmen wahrnehmbar sein.

Zweiter Test:

Mit schmalbandigem Instrument z.B. einer Flöte. Ist der Nachhall bei allen Tönen gleich lang? Werden manche Töne bevorzugt, während andere fast gar nicht nachhallen? Dröhnt da vielleicht was?

Dritter Test:

Mit einem aufgenommenen Chor testen. Nach dem stoppen des Signals darf kein metallischer Beigeschmack am Ende des Aushalls stören.

Vierter Test:

Testen der Transparenz des Halls mit einer Kombination von perkussiven Klängen und Dauertönen, wie z.B. bei Cembalo und Querflöte.

 

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Stand: 18. Februar 2003 05:09:02 +0100